Advance Care Planning – ACP

Gesundheitliche Vorausplanung

Selbstbestimmt vorsorgen – auch für psychische Krisensituationen.

Was soll geschehen, wenn Sie in einer schweren gesundheitlichen oder psychischen Krise nicht mehr selbst entscheiden können?
In unserer ACP-Beratung unterstützen wir Sie dabei, Ihre Werte, Wünsche und Behandlungsentscheidungen frühzeitig zu klären und dies ganz vertraulich, strukturiert und auf Augenhöhe.

Unsere ACP-Beratung richtet sich an Menschen mit psychischen Erkrankungen, Personen mit wiederkehrenden Krisenerfahrungen, Menschen in belastenden Lebenssituationen, Personen mit chronischen Erkrankungen und Menschen, die sich frühzeitig mit ihrer gesundheitlichen Zukunft befassen möchten.

Was ist Advance Care Planning?

Advance Care Planning (ACP) ist ein strukturierter Gesprächsprozess.

Du setzt dich frühzeitig mit deinen persönlichen Werten, Wünschen und Vorstellungen auseinander – für zukünftige medizinische oder psychiatrische Situationen, in denen du Unterstützung brauchst.


ACP hilft dir:

  • Deine Behandlungsvorstellungen zu klären
  • Persönliche Grenzen zu definieren
  • Prioritäten festzuhalten
  • eine Vertretungsperson zu benennen
  • Sicherheit für Krisensituationen zu gewinnen

Es geht um deine Stimme auch dann, wenn du selbst nicht mehr sprechen kannst.

Unsere Besonderheit: ACP mit Peerperspektive

Unsere Gespräche werden von Peers geführt Menschen mit eigener Erfahrung psychischer Krisen. Zusätzlich verfügen sie über eine zertifizierte Weiterbildung in Advance Care Planning (ACP Swiss).

Das bedeutet für Sie:

  • Gespräche auf Augenhöhe
  • Verständnis für Ambivalenz und Unsicherheit
  • Sensibilität für psychiatrische Krisensituationen
  • Erfahrung mit Themen wie Selbstbestimmung und Recovery

Hier geht es um deine persönliche Geschichte und deine Werte.

Für wen ist das Angebot?

Unsere ACP-Beratung richtet sich an:

  • Menschen mit psychischen Erkrankungen
  • Personen mit wiederkehrenden Krisenerfahrungen
  • Menschen in belastenden Lebenssituationen
  • Personen mit chronischen Erkrankungen
  • Menschen, die sich frühzeitig mit ihrer gesundheitlichen Zukunft befassen möchten
Schritt 01

Anmeldung

Du kannst dich unkompliziert via Mail oder telefonisch bei der Peerberatung St. Gallen für ACP Beratungen anmelden. Nach der Anmeldung nimmt eine ACP Beraterin mit dir Kontakt auf, um den Rahmen und einen Termin zu vereinbaren

Schritt 02

Gespräch

Das gemeinsame Gespräch (online oder vor Ort) wird anhand eines strukturierten Leitfadens geführt. Im Mittelpunkt stehen deine Werte, Wünsche und Prioritäten. Die Einverständniserklärung wird gemeinsam besprochen und unterzeichnet.

Schritt 03

Dokumentation

Die Inhalte aus dem Gespräch werden sorgfältig verschriftlicht und gemeinsam mit ihnen besprochen.

Schritt 04

Abschluss

Nach gemeinsamer Überarbeitung erhältst du deine Unterlagen.

Kosten

Die Kosten betragen 50 CHF und sind in Bar oder per Überweisung im letzten Gespräch zu bezahlen

Expertise

Unser Erfahrungsschatz

Nicole

Ich bin verheiratet, Mutter von vier Söhnen, glückliche Grossmutter von zwei Enkelkindern und gelernte Kindergärtnerin. Seit Abschluss meiner Peerausbildung 2015 bin ich in verschiedenen Bereichen als Peer tätig. Im Laufe meines Lebens ist es mir trotz sehr schwerer Traumata und lang anhaltenden Krisen gelungen, meine Erfahrungen in ein Werkzeug umzuwandeln, ...

Renata

Ich bin Primarlehrerin und Erwachsenenbildnerin und schon sehr lange darf ich Kinder und Erwachsene ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten. Mir ist es sehr wichtig, individuell zu schauen, was gerade wichtig im Leben des Menschen ist und wo ich ihn mit meinen Erfahrungen unterstützen darf. In der ACP Begleitung ...

FAQ

Häufige Fragen zur ACP-Beratung

Eine Patientenverfügung ist oft nur ein angekreuztes Formular. ACP (Advance Care Planning) hingegen ist ein begleiteter Prozess. Wir sprechen tiefgreifend über deine Werte, Wünsche und Ängste. Das Ziel ist, dass deine Vertrauenspersonen und medizinisches Personal im Ernstfall nicht nur ein Papier haben, sondern deinen wirklichen Willen verstehen.

Peers haben eigene Erfahrungen mit psychischen oder physischen Krisen. Wir wissen, wie schwierig es sein kann, über Selbstbestimmung und medizinische Eingriffe nachzudenken. Wir beraten dich auf Augenhöhe, ohne klinische Distanz, und nehmen uns die Zeit, die es braucht – fernab von Zeitdruck in Arztpraxen.

Ja. Die im Rahmen der ACP-Beratung erstellten Dokumente (wie die Patientenverfügung) sind nach dem Schweizer Erwachsenenschutzrecht rechtlich bindend, sofern sie im Zustand der Urteilsfähigkeit erstellt wurden. Wir arbeiten nach aktuellen Standards, die von Ärzten und der KESB anerkannt werden.

Ganz im Gegenteil. Der beste Zeitpunkt für eine gesundheitliche Vorausplanung ist, wenn es dir gut geht. So kannst du in Ruhe reflektieren, was dir im Leben wichtig ist, bevor eine akute Krise oder Erkrankung die Entscheidungsfindung erschwert.

Deine Vorausplanung ist nicht in Stein gemeisselt. Du kannst deine Dokumente jederzeit anpassen, ergänzen oder widerrufen. Wir empfehlen sogar, die Verfügung alle ein bis zwei Jahre kurz zu überprüfen, ob sie noch deinem aktuellen Lebensgefühl entspricht.

Das entscheidest du. Wir empfehlen jedoch ausdrücklich, die zukünftigen Vertretungspersonen zumindest in einem Abschlussgespräch einzubinden. So stellen wir sicher, dass deine Liebsten im Ernstfall nicht überfordert sind, sondern genau wissen, was du dir wünschst.

Viele denken bei Patientenverfügungen an das Lebensende oder schwere Krankheiten im Alter. Doch ACP ist weit mehr als das – es ist eine Versicherung für deine Selbstbestimmung, egal was passiert.

  • Schutz vor Fremdbestimmung: Unfälle oder plötzliche psychische Krisen fragen nicht nach dem Alter oder dem Gesundheitszustand. Ohne schriftliche Fixierung entscheiden im Ernstfall Ärzte oder die KESB nach gesetzlichen Standards – nicht nach deinen individuellen Werten.

  • Entlastung deiner Liebsten: Das ist oft der wichtigste Punkt. Wenn Angehörige im Notfall für dich entscheiden müssen, ohne deine Wünsche genau zu kennen, lastet ein enormer ethischer Druck auf ihnen. Mit ACP nimmst du ihnen diese schwere Last ab. Sie wissen genau: „Ich tue das, was [Dein Name] gewollt hätte.“

  • Klarheit statt Standard-Kreuzchen: In gesunden Zeiten kannst du definieren, was für dich „Lebensqualität“ bedeutet. Ist es die Fähigkeit zu kommunizieren? Ist es die Unabhängigkeit? Ein Peer hilft dir, diese abstrakten Werte in konkrete Handlungsanweisungen für Mediziner zu übersetzen.

  • Ruhe im Kopf: Es ist wie ein Organspendeausweis oder eine Reiseversicherung: Man hofft, sie nie zu brauchen, aber das Wissen, dass alles geregelt ist, schafft eine enorme mentale Entlastung im Alltag.